Aktivwoche 2012:

Rebellin gegen Konventionen

Sie war eine der erfolgreichsten Modeschöpferinnern des 20. Jahrhunderts, revolutionierte die damalige Damenmode und blieb sich selber dabei immer treu: Coco Chanel.

Der Beginn einer Leidenschaft

Der Film erzählt den Anfang ihrer Geschichte, den „Beginn einer Leidenschaft“: das kleine Mädchen Gabrielle, dass im Waisenhaus jeden Sonntag vergeblich auf ihren Vater wartet, wird zusammen mit ihrer Schwester zu der Varieté-Sängerin Coco, die sich nebenbei etwas als Näherin verdient.
In diesem Lokal lernt sie dann auch Etienne Balsan kennen, der fasziniert von ihr ist und zu dem sie dann später in sein Schloss zieht.
Dort lernt Coco den Engländer Arthur „Boy“ Chapel kennen und was sie nie für möglich gehalten hatte, passiert: Sie verliebt sich, und wie alles in ihrem Leben tut sie es voller Leidenschaft.

Hommage an Coco

Anne Fontaine erzählt die Geschichte aus der Sicht ihrer Hauptfigur und ihr Film ist eine einzige Hommage an Coco Chanel. Eine junge Frau, die frei heraus ihre Meinung sagt und unbedingt auf eigenen Füßen stehen will, die nicht abhängig sein will: Das ist auch heute noch aktuell und die Protagonistin taugt sicher in mancherlei Hinsicht als Vorbild.
Der Schwerpunkt des Filmes liegt auf der Liebesgeschichte. Mode spielt nicht eine so große Rolle, wie man es vielleicht denkt. Bilder von Coco Chanel am Schneidetisch sind rar, dafür sieht man immer wieder, wie ihr Stil sich von dem der anderen Frauen abhebt, klarer und praktischer ist, womit die reale Coco später die Modewelt revolutionierte. Oft wird gezeigt, dass sie der Kleidung der anderen Frauen mit Verachtung begegnet, denn sie findet sie zu überladen mit Schmuck, Federn und Blumen und oft auch einfach zu unpraktisch.
Audrey Tatout spielt die Leidenschaft der Coco Chanel immer authentisch, egal ob es um ihre nicht erfüllbare Liebe zu Boy geht, der eine englische Adlige heiraten muss, um die Verachtung für die Mode der Zeit oder als Rebellin gegen Konventionen. Das Träumerische der Figur wird von der sanften Musik geschickt untermalt.
Auch wenn er historisch sicher nicht ganz korrekt ist und ein wenig einseitig erzählt wird, ist der Film eine wunderschöne und faszinierende Erzählung des Beginns der Karriere von der unvergessenen Coco Chanel.

(Alina Voß)