Aktivwoche 2012:

‚Viele Probleme durch die Benachteiligung der Geschlechter in der ganzen Welt‘

Matthias Lindner ist Bereichsleiter für die Genderpolitik in der ver.di-Bundesverwaltung in Berlin. Am Montag erklärte der Politologe beim Auftakt der Aktivwoche für die Seminarteilnehmende Gender und Genderpolitik. Im Interview erzählt er, was genau er in diesen Bereichen macht.

1. Was genau ist eigentlich Genderpolitik?

Gender bezeichnet das soziale Geschlecht, welches von der Gesellschaft definiert ist, also vorgegeben wird. Mit Gender Mainstreaming meint man, das Geschlecht in den Hauptstrom einzuführen, auf den Neutralen Ansichten für verschiedene Situationen des Lebens sowie die Bedürfnissen beide Geschlechter einzugehen.

2. Welche Aufgaben haben sie in der Genderpolitik?

Da gibt es mehrere: Zum einen bin ich Trainer für Gender Sensibilisierung und zum anderen leite und gestalte ich Projekte zu mehreren Themenfeldern zum Beispiel physische Belastung am Arbeitsplatz. Wir befragen Leute dokumentieren die Befragung und machen daraus Broschüren die dann beispielsweiße in Firmen verteilt werden. Außerdem beraten und kommunizieren wir.

3. Wer definiert die Ziele von Genderpolitik?
Das ist unterschiedlich. Politische Bewertung zum Beispiel wird nicht vollzogen. Wir achten bei unserer Arbeit auf Benachteiligung, um diese dann abzuschaffen. Die Ziele sind von den verschiedenen Situationen abhängig.

4. Wie sind sie zu ihren Beruf im Bereich Genderpolitik gekommen?

Durch Zufall. Ich habe damals Jugendarbeit zu diesem Thema gemacht und ich habe mich einfach sehr dafür interessiert. Und da meine Frau gerade unser zweites Kind bekommen hatte, wollte ich natürlich dadurch dann auch meine Arbeitszeit reduzieren. Irgendwann ist dann die Stelle freigeworden und ich wurde darauf angesprochen.


5. Was fasziniert sie an ihrem Beruf?
Es gibt einfach noch sehr viele Probleme durch die Benachteiligung der Geschlechter in der ganzen Welt. Gerade Frauen werden noch sehr benachteiligt, sei es in der Politik oder auch im normalen Leben. Das ist etwas, was wir versuchen, mit der Genderpolitik zu verhindern und zu verringern.

(Laura Bruß)