08.03.2011: 100. internationaler Frauentag:

„Wir wollen Brot und Rosen!“

Walsrode. „Wir wollen Brot und Rosen!“ – mit diesem Motto weckten die Frauen den Kampf um Gleichberechtigung in der Welt. Ein harter Kampf der viele Rückschläge erlitt und noch längst nicht vorbei ist.

Der Kampf um Gleichberechtigung beginnt

Im Aufbegehren der Französischen Revolution von 1789 bis 1793 forderten die Frauen zum ersten Mal die Gleichstellung von Mann und Frau und das Frauenstimmrecht. Rund 60 Jahre danach war es Frauen noch immer verboten ihre Politische Meinung zu vertreten, 15 Jahre danach gründeten bürgerliche Frauen um Luise Otto - Peters den „Allgemeinen Deutschen Frauenverein“ mit dem Ziel alle Bildungsmöglichkeiten für Frauen zu erschließen, sowie Recht und Anspruch auf Arbeit und freie Berufswahl. Zum ersten Mal schloss sich dabei ein Mann ihren Forderungen an und forderte einen Arbeiterinnenverein und die Zulassung von Frauen zu allen Berufen.
Am 6. September 1870 durften die Frauen im US Bundesstaat Wyoming zum ersten Mal wählen.
In den Jahren von 1870 bis 1911 wurden den Frauen immer mehr Rechte zugesprochen, allerdings gab es immer noch keine völlige Gleichstellung von Mann und Frau.

Der erste Internationale Frauentag


1911 fand durch Clara Zetkins Vorschlag der erste internationale Frauentag statt, zu dem ihr die Idee durch den Kampf um Gleichberechtigung und das Wahlrecht kam.
Am sogenannten „Märzentag“ nahmen Millionen Frauen aus Deutschland, Dänemark, Österreich , der Schweiz und den USA teil.
Der Frauentag ist als Dankeschön an das Engagement der Frauen, die für ihre Rechte gekämpft haben, gedacht.

Im 20. Jahrhundert wurde der Frauentag vom 19. auf den 8. März gelegt, elf Jahre danach, 1932, wurde er von den Nationalsozialisten verboten und durch den Muttertag ersetzt.
Nach dem 2. Weltkrieg führten die Frauen den Frauentag am 8. März wieder ein. Als ein Höhepunkt in der Geschichte der Frauenbewegung war 1994 der Frauen-Streik-Tag, an dem sich bundesweit mehr als eine Million Frauen gegen die Diskriminierung stark machten. Der Frauentag hatte sich von einer klassenbewussten Demonstration zu einem Tag der schwesterlichen Solidarität entwickelt und sich allen Frauen geöffnet.

1975 erklärten die USA den 8. März offiziell zum internationalen Frauentag, seit 1980 wird dieser auch im Europäischen Parlament gefeiert.

Warum „Brot und Rosen“?


Die Forderung „Wir wollen Brot und Rosen!“ geht auf den Liedtext zurück, den 14.000 Textilarbeiterinnen bei einem Streik gegen Hungerlöhne und Kinderarbeit sangen. Diese Worte wurden zum Motto der amerikanischen Frauenbewegung.

Die Frauen forderten Brot, da dieses für das Recht auf Arbeit, gerechte Entlohnung, gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen, menschengerechte Arbeitsbedingungen, berufliche Entfaltung und Fortentwicklung und für die Eigenständige soziale Sicherung der Frau steht.

Rosen wurden von den Frauen gefordert, da diese für die Möglichkeit mit Kindern zu leben und berufstätig sein zu dürfen, Familiengerechte Arbeitszeiten, die Befriedigung kultureller Bedürfnisse, eine Menschenwürdige Wohn- und Lebensumwelt, die gleichberechtigte Teilhabe von Männern an Hausarbeit und Kindererziehung, humane Politikformen, für Toleranz und Frieden stehen.
 


(Von Svenja Teßmann)